Pressemitteilung
NPM

Zweiter Fortschrittsbericht der NPM hebt den Stellenwert von Innovationen für die Mobilitätswende hervor

  • Kernanliegen der NPM: Ein ganzheitlicher Blick auf die Mobilität und die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer. 
  • Mit Innovationen Transformation gestalten: Der Fortschrittsbericht 2020 gibt Einblick in die Arbeit der NPM-Arbeitsgruppen im vergangenen Jahr. 
  • COVID-19 und die Mobilität:  Sonderaufträge für die NPM im Coronajahr ergänzen die 20 Berichte aus den Arbeitsgruppen.  
  • Politische Weichenstellungen greifen: Die 2020 in Kraft getretenen Regelungen wirken auf das Mobilitätssystem. 

Bei der heutigen virtuellen Übergabe des zweiten Fortschrittsberichts an Bundesminister Andreas Scheuer und die Bundesregierung erläuterte Henning Kagermann, der Vorsitzende der NPM:  

„Innovationen sind unerlässlich für die Zukunft der Mobilität und Garant für die Zukunftsfähigkeit des Landes. Das führt uns die COVID-19-Pandemie mit ihren weitreichenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft noch einmal deutlich vor Augen. Die Notwendigkeit zur Erreichung der Klimaziele im Verkehr und die fortschreitende Digitalisierung sollten wir unbedingt als Innovationsmotor begreifen. Innovationen sind Stellhebel für die wirtschaftliche Erholung, für resilientere Systeme und Voraussetzung, um nicht nur das Mobilitätssystem nachhaltig, bedarfsgerecht und wettbewerbsfähig auszurichten. “ 

„Uns geht es um die Gestaltung der Mobilität von morgen. Deshalb haben wir mit der NPM alle Experten an einen Tisch geholt. Gemeinsam gehen wir neue Mobilitätskonzepte für Stadt und Land, neue Antriebsformen und unser Klimaschutzprogramm an. Mein Dank gilt den zahlreichen Experten, die uns mit viel Einsatz,  Engagement und Sachverstand bei allen drängenden Fragen rund um eine nachhaltige, bezahlbare und klimafreundliche Mobilität unterstützt haben“, betonte Bundesminister Scheuer. 

Die Arbeit der NPM 2020 

Politik, Wirtschaft und auch Bürgerinnen und Bürger teilen die Überzeugung, dass Innovationen wie die Digitalisierung einen gesellschaftlichen Nutzen haben. Für das Mobilitätssystem ermöglicht erst die Digitalisierung eine verkehrsträgerübergreifende Vernetzung und entsprechende Reiseketten. Das hat die AG 3 Digitalisierung für den Mobilitätssektor im vergangenen Jahr in ihrem Bericht zur plattformbasierten intermodalen Mobilität und Handlungsempfehlungen zu Daten und Sicherheit deutlich gemacht.  

Die Umsetzung von Mobilitätsinnovationen in neue Produkte, neue Geschäftsfelder, neue Geschäftsmodelle und damit neue Märkte ist mit großen Investitionen verbunden. Die Definition von branchenübergreifenden Normen und Standards schafft Investitionssicherheit und treibt die Durchsetzung neuer Technologien voran. Dazu hat die AG 6 Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Typgenehmigung drei Schwerpunkt-Roadmaps zum intelligenten Lastmanagement, zum automatisierten und vernetzen Fahren und zur nachhaltigen Mobilität vorgestellt.  

Den Verkehrssektor zu dekarbonisieren wird ohne technologische und gesellschaftliche Innovationen nicht gelingen. Durch das Hinterlegen konkreter Maßnahmen und operativer Schritte muss aufgezeigt werden, wie die definierten Klimaziele bis 2030 auch erreicht werden können. Der Nutzfahrzeugbereich gestaltet sich als besonders herausfordernd, was die AG 1 Klimaschutz im Verkehr in ihrem Werkstattbericht Antriebswechsel Nutzfahrzeuge interessenübergreifend herausgearbeitet hat. 

Im Hinblick auf die Entwicklung und Einführung alternativer Antriebe und Kraftstoffe bleibt Technologieoffenheit ein wichtiges Gebot. Aber Technologien müssen im Hinblick auf die zeitliche Verfügbarkeit im Markt realistisch bewertet werden. Deshalb hat die AG 2 Alternative Antriebe und Kraftstoffe für nachhaltige Mobilität im vergangenen Jahr die Einsatzmöglichkeiten alternativer Antriebe und Kraftstoffe unter realen Rahmenbedingungen bewertet und eingeordnet. 

Auch bei der Verknüpfung der Sektoren Energie und Verkehr und dem Auf- und Ausbau geeigneter Lade- und Tankinfrastrukturen müssen Interessen ausgeglichen und passende Lösungen entwickelt werden. Die AG 5 Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung hat 2020 in verschiedenen Berichten wesentliche technische und wirtschaftliche Aspekte der Ladeinfrastruktur untersucht, die Fragen des Energie- und Lastmanagements beim Laden ebenso beantworten wie Fragen zur kundenfreundlichen, bedarfsgerechten flächendeckenden und wirtschaftlichen und Ladeinfrastruktur. 

Deutschland hat die Chance, durch Mobilitätsinnovationen und die Entwicklung und Industrialisierung von Schlüsseltechnologien neue industrielle Wertschöpfungsnetzwerke aufzubauen und somit die Produktion in Deutschland und Europa zu sichern. Im Fokus der Arbeit der AG 4 Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung standen 2020 die Wertschöpfungsnetzwerke Batterierecycling und elektrische Maschine sowie die Themen strategische Personalplanung und Auswirkungen des Strukturwandels auf die Beschäftigung in den besonders betroffenen Regionen.  

Mobilitätsformen und -lösungen von Morgen müssen die Lebenswirklichkeiten und Bedürfnisse der Menschen abbilden. Dann werden sie akzeptiert und genutzt. Räumlich konzentrierte Test- und Demonstrationsumgebungen in sogenannten Reallaboren können dies vorwegnehmen. Das Reallabor für digitale Mobilität in Hamburg ist auf Initiative der AG 3 vergangenes Jahr aufgesetzt worden, um die Mobilität der Zukunft im Alltag zu erproben und erlebbar zu machen. 

Mit der Veröffentlichung des Fortschrittsberichts hat zudem die NPM-Website ein frisches Gesicht bekommen. Alle Informationen, die Berichte der Arbeitsgruppen und auch den neuen Fortschrittsbericht finden sich unter www.plattform-zukunft-mobilitaet.de

Über die NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität  

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeitsgruppen technologieneutral verkehrsträger-übergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 

Kontakt: 
Alexandra Huß 

Referentin Kommunikation  
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität 
huss@acatech.de 
+49 (0)30 / 206 30 96 86 
+49 (0)160 / 714 93 25 

[Bildquelle: ©Sebastian Wöhl/BMVI]

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