Pressemitteilung
AG 3

Digitalisierung der Mobilität: Durch Erprobung lernen und Zukunft gestalten

Arbeitsgruppe 3

Autonomes Fahren (AF) sollte seine Potenziale im Rahmen eines inter- und multimodalen Mobilitätssystems einlösen, das damit sicherer, sauberer und kostengünstiger werden kann. Ob und wie Nutzer:innen neue Mobilitätsformen annehmen, lässt sich am besten in der Mobilitätspraxis untersuchen. Die ganzheitliche Erprobung vernetzter Mobilität und der Teilaspekte eines digitalisierten und intermodal organisierten Verkehrssystems hat sich in den vergangen eineinhalb Jahren im Reallabor für digitale Mobilität in Hamburg (RealLabHH) bewährt. Die Arbeitsgruppe 3 Digitalisierung der Mobilität hat heute zwei neue Berichte veröffentlicht.

Autonomes Fahren als Baustein der inter- und multimodalen Mobilität
Unter autonomem Fahren versteht der vorliegende Bericht Automatisierungsstufen ab Level 4. Ab diesem Level können Straßenfahrzeuge selbstständig fahren, ohne dass der Fahrende bei der Ausführung die Fahraufgabe übernehmen können muss. Eine wichtige Rolle für die Etablierung von AF spielt die Einbindung autonomer Fahrzeuge in Flotten, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr. Für AF in diesem Sinne sind umfangreiche rechtliche Voraussetzungen nötig, die die deutsche Bundesregierung zum Teil bereits auf den Weg gebracht hat.
Bei den technischen, strategischen und konzeptionellen Aufgaben hat die AG 3 über die bisherigen Fortschritte hinaus drei zentrale Handlungsfelder auf dem Weg zum autonomen Fahren identifiziert:

1. Hoher Bedarf der Standardisierung und Harmonisierung von Infrastruktur und Kommunikation, national und grenzüberschreitend;

2. Verkehrssicherheit und Sicherheitsvalidierung sind erfolgskritisch für eine flächendeckende Implementierung des autonomen Fahrens;

3. Das Engagement der Kommunen im Zusammenwirken mit Akteuren aus der Wirtschaft, den Ländern und dem Bund ist zentral. Es sind insbesondere die Kommunen, die potenzielle Einsatzszenarien entsprechend der Akzeptanz sowie Mobilitätswünsche und -bedarfe vor Ort steuern müssen.

Digitalisierung des Mobilitätssektors – Aus der Praxis des ReallabHHZukunft der Mobilität
Ziel der Digitalisierung ist, Mobilität nachhaltiger, klimaverträglicher, integrierter und sicherer zu gestalten. Das von der AG 3 initiierte Reallabor für digitale Mobilität in Hamburg hat dies durch die Erprobung intermodaler, bedarfsorientierter und automatisierter Mobilitätsangebote in acht Teilprojekten für Personen und Güter untersucht. Die so gewonnenen Erkenntnisse konnten mithilfe von Modellierung und Simulation verschiedener Verkehrs- und Umweltwirkungen der im Projekt demonstrierten Technologien quantifiziert und skaliert werden. Daraus sind Handlungsempfehlungen entlang der vier Themenfelder der AG – inter- und multimodale Mobilität, autonome Mobilität, Vernetzung, Daten und Infrastruktur sowie gesellschaftlicher Dialog – abgeleitet worden.

Zu den Handlungsempfehlungen gehören unter anderem:

  • Schaffung eines zentralen Datenknotenpunkts wie beispielsweise der Mobility Data Space zwischen Mobilitätsplattformen, Mobilitätsdienstleitern und weiteren Datenanbietern;
  • Um regionale und nationale Mobilitätsangebote integrieren zu können, sollte der Datenaustausch über standardisierte Konnektoren erfolgen;
  • Die Bereitstellung statischer und dynamischer Infrastrukturdaten in hoher Qualität;
  • Aufbau einer Erfahrungs- und Austauschdatenbank zur automatisierten Mobilität;
  • Steuerliche Anreize für die Einführung eines Mobilitätsbudgets;
  • Um eine sichere Einbindung von Vulnerable Road Users zu garantieren, müssen HD-Karten um Fuß- und Radwege erweitert werden;
  • Für eine Verringerung der Belastung durch Lieferverkehre sollten gemeinsam genutzte Mikrodepots für KEP-Dienstleister attraktiver gemacht werden;
  • Der nationale Dialog- und Beteiligungsprozess sollte mehrjährig angelegt sein und Themen wie automatisiertes und vernetztes Fahren, Datennutzung und Datenschutz, soziale Fragen, neuartige Mobilitätskonzepte sowie Fragen der praktischen Umsetzung adressieren.

Beide Berichte stehen ab sofort bereit unter www.plattform-zukunft-mobilitaet.de/berichte/.

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität
Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeits-gruppen technologieneutral verkehrsträgerübergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Kontakt:
Alexandra Huß
Referentin Kommunikation
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität
huss@acatech.de
+49 (0)30 / 206 30 96 86
+49 (0)160 / 714 93 25

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