Pressemitteilung
AG 5

Wie gelingt die Netzintegration von Elektromobilität?

Arbeitsgruppe 5

Aufgrund der steigenden Neuzulassungszahlen von E-Fahrzeugen wird der Ladeinfrastrukturbedarf vor allem im privaten Bereich in den kommenden Jahren weiterwachsen und die Netzintegration der Elektromobilität immer mehr an Bedeutung gewinnen. Insbesondere die erfolgreiche Einbindung der privaten Ladeinfrastruktur stellt dabei nicht nur eine Herausforderung, sondern eine Chance für die Sektorkopplung dar, wenn sie netzdienlich ins Stromnetz integriert werden kann. Die Arbeitsgruppe (AG) 5 Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung verdeutlicht in ihrem neuen Bericht bei welchen Punkten bereits ein branchenübergreifender Konsens im Hinblick auf die Netzintegration herrscht.  Der Bericht zeigt zugleich auf, welche rechtlichen Grundlagen geschaffen werden müssen, damit sowohl die Verlässlichkeit und Planbarkeit der Netzintegration der privaten Ladeinfrastruktur gegenüber dem heutigen Status quo erhöht als auch technologischen Innovationen der notwendige Spielraum ermöglicht wird.

Die erfolgreiche Netzintegration der Elektromobilität, also die Einbindung der Ladeeinrichtungen in ihr jeweiliges Ortsnetz und die Organisation des Zusammenspiels zwischen dem Netz und der angeschlossenen Ladeinfrastruktur bzw. Elektrofahrzeugen, ist eine Herausforderung und zugleich eine Chance der Sektorkopplung.

Im vorliegenden Bericht hat die AG 5 das Thema der Netzintegration privater Ladeinfrastruktur vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Elektromobilität daher erneut diskutiert, branchenübergreifende Konsenspunkte der präventiven netzdienlichen Steuerung herausgearbeitet sowie Handlungsempfehlungen für die nächste Legislaturperiode erarbeitet.  Die bereits 2019 im Red-Flag Bericht getroffene Aussage gilt dabei nach wie vor: „Auch wenn die Netzinfrastruktur in den nächsten Jahren keinen grundsätzlichen Engpass darstellt, ist die Sicherstellung einer technischen Steuerbarkeit bzw. Flexibilisierung zeitnah und technologieoffen zu klären, und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren sicherzustellen. Durch gesteuertes Laden können Elektrofahrzeuge einen wesentlichen netzdienlichen Beitrag leisten.“

Folgende aktuellen Entwicklungen sind bei der Netzintegration der privaten Ladeinfrastruktur mitzudenken:

  • Die Prosumer-Marktentwicklung, bei der Endverbraucher (Consumer) durch beispielsweise eine eigene Fotovoltaikanlage zugleich Stromerzeuger (Producer) sind. Damit werden neue Funktionalitäten wie beispielsweise bidirektionales Laden von Autos (Vehicle-to-Grid) möglich.
  • Die Marktteilnehmer:innen sind sich einig, dass für die Netzintegration der privaten Ladeinfrastruktur eine zeitnahe rechtliche Grundlage geschaffen werden muss, die nicht nur die Verlässlichkeit und Planbarkeit gegenüber dem heutigen Status quo erhöht, sondern auch technologischen Innovationen den notwendigen Spielraum bietet.
  • Für die Realisierung einer präventiven netzdienlichen Steuerung sind insbesondere technische Fragen wie Smart Meter Gateway (SMGW) inklusive Steuerungseinheit, aber auch rechtliche und finanzielle Fragen insbesondere hinsichtlich §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und prozessuale Fragen zwischen den Marktteilnehmer:innen ungeklärt und müssen in der nächsten Legislaturperiode in den Blick genommen werden.

Der Bericht steht ab sofort unter www.plattform-zukunft-mobilitaet.de/berichte/ zum Download bereit.

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität
Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeits-gruppen technologieneutral verkehrsträgerübergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Kontakt:
Alexandra Huß
Referentin Kommunikation
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität
huss@acatech.de
+49 (0)30 / 206 30 96 86
+49 (0)160 / 714 93 25

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