Pressemitteilung
21.10.2019

Zukunftsweisende Mobilität mit Wasserstoff, LNG und CNG

Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Mobilität ist es wichtig, dass im Verkehrssektor
verstärkt klimafreundlichere Kraftstoffe und solche aus erneuerbaren Energien zum
Einsatz kommen. Grüner Wasserstoff (H2) und verstärkt grünes Erdgas in Form von
verdichtetem, gasförmigem Erdgas (CNG – Compressed Natural Gas) und Flüssigerdgas
(LNG – Liquefied Natural Gas) weisen die erforderlichen Merkmale auf, um als
Kraftstoffe eine zunehmend wichtige Rolle zu spielen. Die Arbeitsgruppe (AG) 5 der
Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) hat dazu jetzt zwei Berichte mit
Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

„Den Energie- und Verkehrssektor zu verknüpfen ist für die Transformation der Mobilität eine
entscheidende Voraussetzung. In den nun vorliegenden Berichten zeigen wir, dass die Herstellung
von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse die entscheidende Voraussetzung dafür ist, das CO2-
neutrale Multitalent Wasserstoff für Anwendungen im Verkehrssektor verfügbar zu machen.
Zugleich haben wir mit LNG und CNG fossile Kraftstoffe, die heute schon umweltfreundlicher als
Diesel sind. Ihr Potenzial zur Emissionsminderung kann vor allem im Nutz- und Schwerlastverkehr
aber noch besser genutzt werden, inklusive einer zunehmenden Integration von grünem
Wasserstoff,“ erläutert Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des BDEW
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. und Vorsitzender der AG 5 der NPM.

Roadmap Power-to-X (PtX)
Das Potenzial von PtX-Technologien im Verkehr liegt dort, wo große Reichweiten oder schwere
Lasten gefragt sind. Neben dem Langstreckenverkehr auf Straße und Schiene sind der Schiffsund
Flugverkehr potenzielle Märkte. PtX-Technologien können einen signifikanten Anteil zum
Klimaschutz leisten. Zentrale Voraussetzung dafür ist, dass die Elektrolyse zur Herstellung von
grünem Wasserstoff erfolgreich etabliert werden kann. Die Investitionen in den Aufbau dieser
Elektrolyseanlagen und vor allem die heutigen Stromgestehungskosten verhindern, dass der so
erzeugte Wasserstoff wettbewerbsfähig wird.

Wasserstoff bietet sich nicht nur als Energieträger, sondern auch für die stoffliche Verwertung
insbesondere in der Chemie- und Stahlindustrie sowie in Raffinerien an. In diesen Bereichen
werden große Mengen Wasserstoff verwendet, der heute vorwiegend aus Erdgas reformiert wird.
Berücksichtigt man die großen H2-Verbraucher in der Marktentwicklung, kann frühzeitig ein Markt
für grünen Elektrolysewasserstoff geschaffen werden.

Der Bericht liefert Handlungsempfehlungen, damit die Elektrolyse als eine Schlüsseltechnologie
der Sektorkopplung für zukünftige CO2-neutrale Mobilitäts- und Wärmeanwendungen und zur
Speicherung erneuerbarer Energien etabliert werden kann.

LNG- und CNG-Strategie im Schwerlastverkehr
LNG und CNG weisen gegenüber Diesel ein CO2-Reduktionspotenzial von etwa 22 Prozent auf.
Der Ausstoß von Schwefel und Stickoxiden kann bei Erdgas fast komplett, Feinstaub um etwa 95
Prozent und Lärm um etwa 50 Prozent reduziert werden. LNG und CNG sind aktuell die einzigen
sofort verfügbaren und wettbewerbsfähigen Alternativen zu Diesel-Kraftstoff in schweren
Nutzfahrzeugen. Für einen Ausbau der Tankstelleninfrastruktur ist entscheidend, dass die
Fahrzeugnachfrage steigt, denn eine zügige Marktdurchdringung unterstützt den wirtschaftlichen
Betrieb der Infrastruktur. Die Versorgung mit Erdgas als Kraftstoff ist flächendeckend möglich
und kann über das gut ausgebaute Gasnetz sowie über die (europäische) LNG-Infrastruktur
gewährleistet werden.

Die Beimischung von Biomethan und synthetischem Erdgas (SNG – Synthetic Natural Gas)
ermöglicht zusätzliche klimafreundliche Effekte. Die chemischen und verbrennungstechnischen
Eigenschaften sind identisch mit denen von CNG und LNG, so dass Infrastruktur und Fahrzeuge
weiterbetrieben werden können.

Der Bericht weist anhand konkreter Handlungsempfehlungen und Maßnahmen aus wie der Anteil
von Erdgas und grünem Gas als Kraftstoff im Schwerlastverkehr erhöht werden kann.
Beide Berichte stehen ab sofort über die NPM-Website www.plattform-zukunft-mobilitaet.de zum
Download zur Verfügung.

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität
Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor,
Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige,
umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu
entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeitsgruppen
technologieneutral verkehrsträger-übergreifende Handlungsempfehlungen an Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft.

Kontakt:

Alexandra Huß
Referentin Kommunikation
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität
huss@acatech.de
+49 (0)30 / 206 30 96 86
+49 (0)160 / 714 93 25

AG 4
Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung

AG 5
Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung

AG 6
Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Typgenehmigung