Pressemitteilung
16.07.2020

Mit plattformbasierten intermodalen Lösungen Mobilitätsdienstleistungen kundenfreundlich gestalten

  • Digitalisierung und Vernetzung bieten große Chancen, die Mobilität der Zukunft mit neuen Mobilitätsdienstleistungen kundenfreundlich zu gestalten.
  • Plattformbasierte intermodale Mobilitätslösungen sind Grundlage für einfache, verfügbare, bezahlbare und komfortable Mobilitätangebote „aus einer Hand“.
  • Voraussetzung ist, dass Mobilitätsanbieter Basisdienste wie Informationen über eine Reiseoption oder zur Buchung und Bezahlung für intermodale Plattformanbieter bereitstellen.
  • Die AG 3 Digitalisierung für den Mobilitätssektor erläutert im neuen Bericht wie Plattformdienste ausgelegt werden müssten, damit offenen Fragen hinsichtlich Datenaustausch, ID-Management, Sicherheitsarchitektur und Interoperabilität sowie Haftungs- und Schlichtungsfragen zügig definiert werden können.

Der Bericht geht von der Kernfrage aus, wie eine intermodale Mobilitätsdienste-Welt sinnvoll für Bürger und Bürgerinnen umgesetzt werden kann. Ausgangspunkt ist eine plattformbasierte intermodale Mobilität, mit der eine Reise oder eine Transportleistung vom Start- bis zum Endpunkt innerhalb einer Anwendung geplant, gebucht und abgerechnet werden kann. Gleichzeitig werden die unterschiedlichen Verkehrsmittel nachfrageorientiert, zu beliebiger Zeit und auch kombiniert innerhalb einer Route zur Verfügung gestellt und nutzbar gemacht. Weitere Dienste wie beispielsweise Parkplatzsuche und -buchung können zusätzlich integriert werden.

Voraussetzung, Mobilität intermodal zu vernetzen, ist eine enge Verzahnung zwischen Mobilitätsdienstleister mit der Verkehrsinfrastruktur und der Austausch von Daten. Dadurch kann Mobilität effizienter organisiert werden: das Verkehrsangebot wird vielfältiger, bestehende Kapazitäten werden besser ausgelastet, die Versorgung wird besser und das Verkehrsaufkommen insgesamt minimiert.

Intermodales Reisen ist auch heute schon möglich, aber für Nutzerinnen und Nutzer oft umständlich. Es besteht kein vollumfänglich integriertes Angebot und die Umsteigewiderstände aufgrund von Reisezeit, Buchungsaufwand, Komforteinbußen und Reisekosten sind häufig zu hoch.

Marktwirtschaftliche Prozesse haben bis jetzt nicht zur Entstehung von vollintegrierten und intermodalen Mobilitätsdiensten geführt. Die Gründe dafür liegen zum einen auf Seiten der Mobilitätsdiensteanbieter, die Bedenken haben, dass ihre eigenen Diensteangebote verdrängt werden könnten. Zum anderen verursachen die digitalen Schnittstellen zu Diensten von Partnerunternehmen einen hohen Integrations- und Betriebsaufwand.

Wie ein durchgängiges Diensteangebot tatsächlich umgesetzt werden könnte, soll deshalb im Reallabor Hamburg erprobt werden, das von der der AG 3 als Testraum für Innovationen im Bereich digitalisierter Mobilität initiiert wurde.

Die AG 3 adressiert im Bericht zentrale Handlungsfelder und zukunftsweisende Handlungsempfehlungen an Politik und Wirtschaft zur raschen Implementierung eines digitalen multi- und intermodalen Mobilitätssystems. Sie gliedern sich in:

  • Bereitstellung von Basisdiensten für Mobilitätsservices bzw. für die Nutzung von Verkehrsmitteln: Basisdienste für intermodale Mobilitätsangebote sowie Integration der Mobilitätsangebote
  • Governance-Grundsätze für die Bereitstellung von Basisdiensten der Mobilitätsdienstleister: Interoperabilität und Standardisierung, Übergreifendes ID-Management, IT-Security und Datenschutz sowie Schlichtungsmodelle und Vertragsgestaltung

Der neue Bericht der AG 3 steht unter www.plattform-zukunft-mobilitaet.de/berichte/ zum Download zur Verfügung.

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeits-gruppen technologieneutral verkehrsträger-übergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Kontakt:
Alexandra Huß
Referentin Kommunikation
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität
huss@acatech.de
+49 (0)30 / 206 30 96 86
+49 (0)160 / 714 93 2

AG 1
Klimaschutz im Verkehr

AG 2
Alternative Antriebe und Kraftstoffe für nachhaltige Mobilität

AG 3
Digitalisierung für den Mobilitätssektor

AG 4
Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung

AG 5
Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung

AG 6
Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Typgenehmigung