Pressemitteilung
02.06.2020

Der Weg zum automatisierten und vernetzten Fahren: Welchen Normungsbedarf gibt es und auf was kommt es bei Typengenehmigung und Zertifizierung von Fahrzeugen an?

Das automatisierte und vernetzte Fahren setzt einen hohen Digitalisierungsgrad des Verkehrssystems voraus. Die technischen Anforderungen an Fahrzeuge und Infrastrukturen für eine reibungslose, zuverlässige und sichere Funktionalität sind vielfältig und komplex. Normen schaffen eine gemeinsame Grundlage für die technologische Entwicklung. In der jetzt veröffentlichten Schwerpunkt-Roadmap „Automatisiertes und vernetztes Fahren“ sowie im White Paper „Handlungsempfehlungen zur Typgenehmigung und Zertifizierung für eine vernetzte und automatisierte Mobilität“ zeigt die AG 6 die Themen auf, die zeitnah angegangen werden müssen.

„Um automatisiertes und vernetztes Fahren zu realisieren, brauchen wir regulatorische Vorgaben und Normen, die den Stand der Technik widerspiegeln. Die geltenden Regelungen müssen so weiterentwickelt werden, dass sie sich auch für einen hochgradig vernetzten Verkehr fahrzeug- und infrastrukturseitig nutzen lassen und über den gesamten Lebenszyklus die Umwelt- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Wir haben in den zwei neuen Berichten die Regelwerke und Standardisierungsbedarfe für die vernetzte und automatisierte Mobilität identifiziert, die den Rahmen bilden, um zukunftsweisende Technologien in der Mobilität zu ermöglichen,“ erläutert Roland Bent, Vorsitzender der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE und Leiter der AG 6 der NPM.

Schwerpunkt-Roadmap Automatisiertes und vernetztes Fahren

Durch die Automatisierung und Vernetzung steigen die Komplexität des Produkts, die Anforderungen an die Interoperabilität und an die Infrastruktur. Die Schwerpunkt-Roadmap liefert einen strategischen Rahmen für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Normungs- und Standardisierungsaktivitäten im Bereich des automatisierten und vernetzten Fahrens. Sie gibt einen Überblick über die vorhandenen Standardisierungsgremien und die sich in Erarbeitung befindenden Normungsprojekte. Viele der Projekte wirken fachübergreifend und es gilt, alle betroffenen Fachbereiche einzubinden.

Die Gremienlandschaft zur Bearbeitung der Themen des automatisierten und vernetzten Fahrens ist vielfältig und vergrößert sich permanent. Neue, agile Herangehensweisen zur Koordinierung der Normungsaktivitäten sind dringend erforderlich, um die vorhandenen Ressourcen effizient einzusetzen.

White Paper Handlungsempfehlungen Typengenehmigung und Zertifizierung

Fahrzeuge benötigen für den Betrieb eine Zulassung. Um für die Teilnahme am Straßenverkehr zugelassen zu werden, müssen die Fahrzeuge nachweisen, dass geltende Vorschriften zur Sicherheit und Umweltschutz erfüllt werden. Durch periodische Prüfungen wird der technische Zustand über den gesamten Lebenszyklus hinweg kontrolliert. Das White Paper beschreibt den Status Quo der Prozesse zur Zertifizierung und Typgenehmigung von Fahrzeugen im Kontext einer kooperativen, vernetzten und in Teilen automatisierten Mobilität. Außerdem definiert es Handlungsempfehlungen und Anforderungen auch für die heute schon mögliche Änderung von Funktionen währen des Betriebs. Im Fokus der Untersuchung stehen die Zertifizierungsprozesse für automatisierte Verkehrsmittel auf der Straße sowie die Anforderungen an eine Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur. Anforderungen an periodische Überprüfungen und an die Datenverarbeitung werden in die Betrachtung einbezogen.

Roadmap und White Paper steht ab sofort über die NPM-Website www.plattform-zukunft-mobilitaet.de zum Download zur Verfügung.

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klimagerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeitsgruppen technologieneutral verkehrsträgerübergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Kontakt:
Alexandra Huß
Referentin Kommunikation
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität
huss@acatech.de
+49 (0)30 / 206 30 96 86
+49 (0)160 / 714 93 25

AG 1
Klimaschutz im Verkehr

AG 2
Alternative Antriebe und Kraftstoffe für nachhaltige Mobilität

AG 3
Digitalisierung für den Mobilitätssektor

AG 4
Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung

AG 5
Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung

AG 6
Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Typgenehmigung