Pressemitteilung
21.10.2020

Elektromobilität: Welche Fragen sind beim bidirektionalen Laden offen und was bedeutet flächendeckende Lade-infrastruktur? Zwei neue Berichte geben Antworten

  • Batterien von Elektrofahrzeugen können an Ladepunkten nicht nur aufgeladen werden, sondern ihre Energie auch ins Stromnetz zurückspeisen. Man spricht dann von bidirektionalem Laden oder Vehicle to Grid (V2G). Welche Voraussetzungen müssen für die Implementierung von V2G erfüllt sein und welche Mehrwerte ergeben sich daraus für die E-Fahrzeug-Nutzerinnen und Nutzer? 
  • Für den Hochlauf der Elektromobilität ist ein flächendeckendes Netz an öffentlicher Ladeinfrastruktur erforderlich. Dies muss sowohl für den alltäglichen Verkehr vor Ort als auch im Fernverkehr verfügbar werden. Wo stehen wir heute und welche Maßnahmen sind noch zu ergreifen, um die Flächendeckung bundesweit zu vollenden? 

Zwei neue Berichte der NPM-Arbeitsgruppe 5 „Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung“ mit den Titeln Factsheet Vehicle to Grid – Kundennnutzen und Netzintegration sowie Flächendeckende Ladeinfrastruktur erörtern diese Fragestellungen und zeigen Lösungen und Mehrwert für Verkehrs- und Energiesektor auf. Die Berichte verdeutlichen einmal mehr, dass zum Erfolg der Elektromobilität in Deutschland ein gemeinsames Verständnis bei allen Beteiligten zu technischen und strategischen Fragestellungen der Elektromobilität grundlegend ist, um zukunftsorientierte Anwendungsfälle umzusetzen und einen bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Ausbau der Infrastruktur für und Dienstleistungen rund um Elektromobilität voranzutreiben.

Factsheet Vehicle to Grid – Kundennutzen und Netzintegration 

Das bidirektionale Laden stellt durch die intelligente Einbindung von Elektrofahrzeugen in das Energiesystem (Sektorkopplung) zukünftig einen wichtigen Baustein im Ökosystem der Elektromobilität dar. Die bedarfsgerechte Ein- und Ausspeisung von Strom in und aus der Batterie, stellt eine wichtige Flexibilisierungsoption sowohl im Sinne der KundInnen, wie auch der Energiewende dar: So gehören zu Use Cases von Vehicle to Grid unter anderem die Optimierung des eigenen bzw. lokalen Verbrauchs, die Möglichkeit eines netzdienlichen Ladens sowie die Vermarktung von Strom und die Erbringung weiterer Systemdienstleistungen (beispielsweise Regelenergie). Grundsätzlich sind die technischen Voraussetzungen für Vehicle to Grid bereits gegeben, aber noch nicht voll im Markt implementiert. Neben der Fokussierung auf Pilotprojekte und Reallabore hat die NPM AG 5 daher zentrale Handlungsschritte identifiziert, die zur Weiterentwicklung beziehungsweise zukünftigen Wertschöpfung dieser Technologie beitragen.

Bericht Flächendeckende Ladeinfrastruktur

Für den Hochlauf der Elektromobilität ist eine flächendeckende und wirtschaftlich betreibbare Ladeinfrastruktur erforderlich. Allerdings ist bisher offen, wie die Flächendeckung konkret auszugestalten und wann sie erreicht ist. Der Bericht liefert dafür ein gemeinsames Verständnis, das aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen zwischen dem Ausbau flächendeckender öffentlicher Ladeinfrastruktur vor Ort und im Fernverkehr unterscheidet.

Für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur vor Ort kommt den Städten und Kommunen aus Sicht der NPM eine zentrale Rolle in der Erarbeitung bedarfsgerechter lokaler Ladeinfrastrukturstrategien zu, die durch Maßnahmen und Unterstützungsprogramme des Bundes flankiert werden sollten. Zur Veranschaulichung möglicher lokaler Ladeinfrastrukturstrategien liefert der Bericht entsprechende Praxisbeispiele. Um die flächendeckende Ladeinfrastruktur im Fernverkehr entlang von Autobahnen und Fernstraßen zu vollenden und die Umsetzung über die Zeit messbar zu machen, wird ein Abstandskorridor von maximal 30 km bis 50 km und die Ausstattung aller heutigen Raststätten mit Ladeinfrastruktur empfohlen. Zugleich muss eine spätere Skalierung der Standorte wie auch eine marktgetriebene Nachverdichtung mögliche sein.

Die Berichte stehen unter www.plattform-zukunft-mobilitaet.de/berichte/ zum Download bereit.  

 

Über NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität 

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann erarbeiten sechs Arbeits-gruppen technologieneutral verkehrsträger-übergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Kontakt:
Alexandra Huß
Referentin Kommunikation
Büro des Vorsitzenden der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität
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+49 (0)160 / 714 93 25 

AG 1
Klimaschutz im Verkehr

AG 2
Alternative Antriebe und Kraftstoffe für nachhaltige Mobilität

AG 3
Digitalisierung für den Mobilitätssektor

AG 4
Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung

AG 5
Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung

AG 6
Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Typgenehmigung